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Ganz oder gar nicht

Eigentlich schreibe ich ja an dieser Stelle selber. Da aber wahrscheinlich noch nicht alle Marzahn-Hellersdorfer Unterneh­men Mieter bei der ORCO-GSG sind, mache ich heute eine Ausnahme. In der „Hauszeitung“ hofkurier erschien in der Februar­ausgabe nachfolgender Artikel, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. So stelle ich mir Standortmarketing vor!

Im Herbst 1995 besuchte Prinz Charles Sanierungsobjekte in Hellersdorf

„Der britische Thronfolger lächelt huldvoll. Dazu hat er auch allen Grund. Schließlich bewegt er sich mal wieder königlich über allem. Quasi im 11. Himmel. Im 11. Himmel, so heißt die Pension in einem Elfge­schosser an der Wittenberger Straße 85 in Marzahn, die von Anwohnern aus dem Kiez betreut wird. Die Idee kam so gut an, dass es inzwischen eine zweite Pension gibt „himmelhoch c.ehn“, in der 10. Etage natürlich. Jedes der Plattenbau-Zimmer ist anders inszeniert. Ein Bett im Kornfeld, ein Prinzessinnen-Zimmer, das royale Kaminzimmer. Genau das wurde Prinz Charles gewidmet. Zur Einweihung wurde er auch eingeladen, kam aber nicht. Geblieben ist sein Bild an der Wand.

Die internationalen Gäste im 11. Himmel freuen sich beim Blick aus dem Fenster, wie grün Berlin doch ist. Sie wundern sich nicht, sind sie doch völlig vorurteilsfrei. Über Vorurteile stolpern nur die Berliner selbst. Aber sie wissen vielleicht nicht, dass 15 Prozent der Gesamtfläche des Bezirks Marzahn-Hellersdorf für Grün- und Freiflächen reserviert sind. Allen voran der Erholungspark Marzahn mit seinen inzwischen weltbekannten Gärten der Welt. 21 Hektar „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“. Ankommen. Durchatmen. Staunen. Ein einmaliges Ensemble internationaler Gartenkunst – vom chinesischen Garten des wiedergewonnenen Mondes über den japanischen Garten des zusammenfließenden Wassers bis zum italienischen Renaissance-Garten – in dem jedes Jahr über 700.000 Besucher verweilen.

Aber der Bezirk will nicht nur grün sein. Er will auch stark sein. Und lässt seine Muskeln spielen. Die sind vorrangig im industriellen Bereich gut durchtrainiert. Marzahn-Hellersdorf als Industriestandort. Der Bezirk verfügt über große Industrieflächen und bietet damit beste Bedingungen für ansiedlungswillige Unternehmen. 16.000 Gewerbetreibende bringen das Potenzial auf Touren. Eine Power, die zudem im vergangenen Jahr vom Masterplan Industriestadt Berlin 2010-2020, einem Bündnis aus Senat, Wirtschaft und Gewerkschaften, energetische Schubkraft erhält. Pacemaker ist dabei die Auto-Motive-Industrie…

Auf der InnoTrans 2010 in Berlin: Werkleiter Dr.-Ing. Matthias Krug (rechts) mit dem Berliner Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Jens Heuer

Der Knorr-Bremse-Konzern mit seinem historischen Firmensitz in Marzahn ist weltweit der führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit vertrauen täglich Systemen von Knorr-Bremse. Was jedoch nicht heißen soll, dass die Power made in Marzahn-Hellersdorf dadurch gebremst wird.

Die Walter Automobiltechnik GmbH fertigt in der Boxberger Str. u. a. Hauptrahmen, Staufachrahmen und Seitenstützen mit Unterzug für die BMW F650 CS (www.walter-automobiltechnik.de)

Apropos Pferdestärken. In jedem 2. Motorrad der Marke BMW, das weltweit unterwegs ist, kommt mindestens ein Fertigungsteil aus Marzahn-Hellersdorf. Die Walter Automobiltechnik hat sich erfolgreich als Systemlieferant für die Motorradindustrie positioniert. Born to be wild.

Neben dem industriellen Kern strotzt auch die Gesundheitswirtschaft im Bezirk voller Lebenskraft. Neben dem Vivantes Klinikum Hellersdorf an der Myslowitzer Straße ist vor allem das Unfall-Krankenhaus Berlin an der Warener Straße über die Stadtgrenzen bekannt. Siebzehn Kliniken, in die Unfallver­letzte und Notfallpatienten aus ganz Deutsch­land und dem Ausland eingewiesen werden. Deutschlandweit bekannt wurde das UKB durch seinen in den Medien als „Hand-Papst“ gehypten Handchirurgen Andreas Eisenschenk. Auch Berlins Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz hat sich schon nach einem beherzten Biss seines Lieblingsaffen vertrauensvoll in seine Hände begeben müssen.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit signiert ein Spitzenprodukt der Inventux Technologies AG

Alphatier-Attitüden entwickelt der Bezirk auch bei der Solartechnologie. Die Inventux Technologies AG in der Wolfener Straße ist ein Systemanbieter für Solartechnologie. Das 2007 gegründete Unternehmen hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem weltweit führenden Anbieter von Photovoltaik­anlagen entwickelt. Nachhaltige Technologie made in Marzahn-Hellersdorf. Die Firma beschäftigt derzeit 240 Mitarbeiter – und wächst und wächst. In diesem Jahr soll die zweite Ausbaustufe realisiert werden.

Dieses Jahr hat es sowieso in sich. Auf Berlins größtem zusammenhängendem Gewerbeareal, dem 1.200 Hektar großen Berlin eastside, das bereits 2.500 Unternehmen aus den verschiedensten Sparten hervorragende Rahmenbedin­gungen bietet, wird 2011 der Clean Tech Business Park realisiert. Auf 90 Hektar entsteht hier in Teamarbeit von Bezirk, Senat und der Berlin Partner GmbH ein Gewerbepark speziell für Unternehmen aus dem Bereich Industrieproduktion z. B. für Solarzellen und -module sowie für weitere Produkte der Clean-Tech-Branche. Dynamik mit Weltmarktanspruch – made in Marzahn.

Mitten im Industriegebiet, am Rande der sechsspurigen Landsberger Allee, spuckt noch ein Unikum große Töne. Das ORWOhaus, größtes Musikerhaus in ganz Europa. Vielleicht sogar weltweit. Auf dem ehemaligen Standort des ostdeutschen Film-, Tonband- und Kassettenherstellers ORWO trifft sich auf sechs Etagen die Musikerszene, um zu proben oder in den Tonstudios neueste Songs aufzunehmen. Über 200 Bands, die einen großen Teil der Berliner Musikszene ausmachen und in den Berliner Clubs, in ganz Deutschland und auch in anderen Ländern auftreten, haben hier ein Musiker-Mekka entstehen lassen.

Marzahn-Hellersdorf, das ist ganz oder gar nicht. Selbst am Broadway hinterlässt der Bezirk seine Spuren. Das Stück „I Am My Own Wife”, die aberwitzige Geschichte des Berliner Transvestiten Charlotte von Mahlsdorf, feierte in New York Bühnenrekorde. Das Gründerzeitmuseum Gutshaus Mahlsdorf am Hultschiner Damm gilt dagegen immer noch als Geheimtipp. Marzahn-Hellersdorf ist eben anders als erwartet.“ hm

Das Anders als erwartet“ betitelte Interview mit Christian Gräff, Wirtschaftsstadtrat von Marzahn-Hellersdorf ergänzt den Beitrag:

Was bedeutet Marzahn-Hellersdorf für Sie?
Marzahn-Hellersdorf ist ein sehr spannender Bezirk im Wandel. Vor allem ist es ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Was sich bei uns im Bereich der Gesundheitswirtschaft und der erneuerbaren Energien tut, bereitet uns allen viel Freude. Und: Marzahn-Hellersdorf ist meistens anders als erwartet. Nehmen wir nur mal den Aspekt Arbeitslosigkeit. Da liegen wir in etwa mit Charlottenburg-Wilmersdorf auf einer Ebene. Hätten Sie das gedacht?

Aber es ist ja nicht alles rosig, oder?
Was mir Sorgen macht, ist der demografische Wandel. Anfang der 90er Jahre hatten wir an die 60.000 Schüler in unserem Bezirk. Heute liegen wir bei 20.000, obwohl es so langsam wieder aufwärts geht. Bis zum Jahr 2016/17 rechnen wir wieder mit bis zu 30.000 Schülern. Da kommt langsam Dynamik rein: In unsere Einfamilienhausgegenden ziehen wieder vermehrt junge Familien ein.

Was liegt Ihnen besonders am Herzen?
Ich freue mich darauf, dass auf Berlins größtem Gewerbeareal Berlin eastside in diesem Jahr der erste Spatenstich für den Clean Tech Business Park, dem Industriepark für moderne Produktionsunternehmen der erneuerbaren Energien und ihrer Zulieferunternehmen, getätigt wird. Damit entsteht Berlins größte zusammenhängende Fläche für produzierende Unternehmen. Auch die Gesundheitswirtschaft, Handwerk und das verarbeitende Gewerbe entwickeln sich wirklich gut. Gerade viele Unternehmen und Existenzgründer, die schon hier am Standort sind. Das macht uns viele Freude.

Marzahn-Hellersdorf für Entdecker

  • Gärten der Welt: Grün, grün, grün ist alles, was ich sehe. 21 ha großes Erholungsensemble mit Themenparks wie dem Japanischen oder Chinesischen Garten. Höchstleistungs-Gartenbaukunst mit Naherholungswert. www.gaerten-der-welt.de
  • ORWO-Haus: die lauteste Platte der Stadt. www.orwohaus.de
  • Bockwindmühle: Glück zu! Wenn Sie endlich mal wissen wollen, wie Getreide vermahlen wird. www.marzahner-muehle.de
  • 11. Himmel: Prinz CharIes lässt grüßen. Ausgefallene Pension im Elfgeschosser. www.pension-11himmel.de
  • Gründerzeitmuseum: In dem Museum befindet sich die größte Gründerzeitsammlung Europas, zusammengetragen von Charlotte von Mahlsdorf. The show must go on. www.gruenderzeitmuseum.de
  • Schloss Biesdorf: ehemalige hochherrschaftliche Siemens-Villa. Beeindruckendes Ensemble der Bau- und Gartenkunst. Im Schloss finden wechselnde Veranstaltungen statt. www.ball-ev-berlin.de und www.stiftung-schloss-biesdorf.de
  • Gewerbeareal Berlin eastside: das größte der Hauptstadt. Mit 2.500 Unternehmen und viel Platz für Neuansiedlungen. www.berlin-eastside.de

Veröffentlicht im hofkurier der ORCO GSG/ Jahrgang 13/ Nr. 57 / Februar 2011

Vermietungshotline: 0800/3900093/Internet: www.orco-gsg.de

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